Die
Packard Story
Die Brüder James Ward Packard und Williams Dowd Packard hatten sich zu Ende des vorletzten Jahrhunderts einen Namen gemacht mit ihrer Firma zur Elektrifizierung öffentlicher Strassen. Im Jahre 1898 kaufte sich James Ward Packard einen Wagen der Marke WINTON. Als er kurze Zeit später der Firma Winton mitteilte, er sei mit der Qualität des Produktes nicht zufrieden und es müsste doch möglich sein diverse Details besser zu bauen, bekam er von Herrn Winton die Antwort: Der Winton-Wagen sei das Beste, was es zur Zeit auf dem Automobnilmarkt gebe und wenn Herr Packard damit nicht zufrieden sei, solle er, vorausgesetzt, dass er dazu fähig sei, doch ein eigenes Auto bauen.

Dieser Herausfolgerung folgend und mit Überzeugung es besser machen zu können, begannen die Brüder Packard eine eigene Autoproduktion aufzubauen. Bereits die ersten Packards mit Einzylindermotor erwarben sich den Ruf widerstandsfähiger Qualitätsfahrzeuge.

Anlässlich der Automobilausstellung von New York im Jahr 1901 wurde der berühmte Werbeslogan ASK THE MAN WHO OWNS ONE der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Jahre 1903 durchquerte der Testfahrer Tom Fetsch mit einem 12 PS Packard Typ F den amerikanischen Kontinent in 61 Tagen von Osten nach Westen. Der Winton der 2 Monate zuvor dieselbe Strecke gefahren war, hatte dafür ganze zwei Tage länger gebraucht.

Im Jahr 1904 wurde der neue 12-Liter Vierzylindermotor vorgestellt. Ausgerüstet mit diesem Motor waren die Packardrennwagen bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges auf allen Rennstrecken der Welt gefürchtete Konkurrenz.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg etablierte sich der Packard-Wagen als das Luxusauto schlechthin. Im Laufe des Krieges festigte die Firma ihren Ruf mit dem Bau von Schiffs- und Flugzeugmotoren und ab 1916 wurden auch Lastwagen und Traktoren fabriziert. Bereits 1919 produzierte Packard Zwölfzylinderflugzeugmotoren mit 48 Ventilen. Als Blütezeit der Firma Packard gelten jedoch die Zwanziger- und Dreissigerjahre. In dieser Zeit war Packard weltweit mit Abstand der grösste Hersteller von Luxusfahrzeugen.

Warren G. Harding war 1922 der erste Präsident der Vereinigten Staaten, der zu seiner Amtseinführung mit einem Auto fuhr, und dies selbstverständlich mit einem Packard Twin-6. Die Finanzaristokratie und natürlich auch die echte Aristokratie fuhren in dieser Zeit einen Packard und in den Dreissigerjahren waren es die unsterblichen Filmgrössen der Alten und Neuen Welt, die dem Ruf der Firma zu Glanz verhalfen. Im Jahr 1927 baute Packard allein mehr Luxusfahrzeuge als alle europäischen Hersteller von Luxusmodellen bis anhin hergestellt hatten. Bis zum Zweiten Weltkrieg besass Packard in den obersten Preissegmenten der Automobilproduktion einen weltweiten Marktanteil von beinahe 50%!

In der Schweiz zeugen noch heute die Gebäulichkeiten der Roten Fabrik in Zürich (ehemalige Generalvertretung Schweiz) von der seinerzeitigen Stellung dieser Automarke.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges sorgten gigantische Schutzzölle der Autoproduzierenden Staaten (teilweise bis 250%!) sowie eine zu konservative und zu wenig kreative Modellpolitik für den Niedergang dieser einmaligen Automarke. Im Jahre 1958 wurde die Produktion von Automobilen eingestellt.

Im Jahr 1963 fusionierte die Firma Packard mit dem Elektronikhersteller Hewlett und heisst seither Hewlett-Packard. heute wird bei Packard sehr erfolgreich hochwertiges Computerzubehör hergestellt wie die bekannten H. P. Drucker beweisen.
PS. Diese Darstellung ist allerdings umstritten! Im Jahre 1954 fusionierte ja Packard mit Studebaker und ein Jahr später wurde die Firma Studebaker-Packard vom Rüstungskonzern Curtis-Wright aufgekauft. Im Buch "Packard: The Pride" von J.M. Fenster wird u.a. folgendes vermerkt:
Curtis-Wright purchased Studebaker-Packard 1955 not in the interest of saving Packard, however. After trying to sell Packard, Curtis-Wright closed it down and provided Studebaker with the name to use on a handful of South Bend models in 1957 and 1958. .....these models were in fact products of Studebaker.....! In 1962, the "Packard Motor Car Company" was formally dissolved.

Auch über das Ende von Studebaker gibt es widersprüchliche Angaben. Als Produktionsende nennen die einen Quellen das Jahr 1964, andere 1966!

Wer weiss genaueres über die letzten Tage von Packard? Bitte um Kontaktnahme!

An der Zweitagefahrt im September 2008 hatten wir Gelegenheit, anlässlich einer interessanten Führung im OMEGA-Museum Herrn Schneider kennen zu lernen. Er schrieb uns zum obigen Thema folgendes:

Dies ist wohl nicht nur umstritten, sondern absolut nicht zutreffend. Da ich mal bei Varian AG gearbeitet habe, zu deren Firmenkonglomerat auch die Firma Hewlett-Packard gehörte, weiss ich dass diese Firma durch die Herren Hewlett und Packard in Palo Alto, Kalifornien in einer Garage gegründet wurde und von Anfang an Hewlett-Packard hiess. Ursprünglich hat die Firma Mess- und Analysegeräte hergestellt, sogenannte Gaschromatographen und wurde später durch ihre wissenschaftlichen Taschenrechner sehr bekannt. Heute zählt die die Firma zu den grössten Computerherstellern. Also hat die Firma mit dem einstigen Automobilhersteller nichts zu tun.

Vielen Dank für diese Stellungnahme!

Und wieder ist eine interessante Stellungnahme eingetroffen, von Michael Keller. Er schreibt uns folgendes:

Jetzt juckt es mich doch noch, zur Firmengeschichte zu schreiben.

Der letzte „echte“ Packard verliess das Werk in Detroit am 25. Juni 1956. Die Modellreihe bestand aus den Typen Patrician, Four Hundred und Caribbean.

Letzterer war neu auch als Hardtop erhältlich. Am 25. März wurde der Executive als Sedan und Hardtop nachgeschoben.

Neu für 1956 wurde der Clipper als eigene Marke geführt. Es gab drei Sedan: Deluxe, Super und Custom. Die beiden letzteren waren auch als Hardtop erhältlich. Mit der Einführung des Executive lief der weitgehend identische Clipper Custom aus.

Studebaker-Packard wurde im Sommer 1956 von Curtiss-Wright übernommen. 1957-58 entstanden die letzten Packard auf den Fliessbändern von Studebaker in South Bend, Indiana. Technisch waren sie praktisch identisch mit dem Studebaker President resp. Hawk. Der allerletzte Packard wurde also 1958 gebaut. 1962 wurde der Name Packard aus dem Konzerntitel gestrichen – das „offizielle“ Ende der Marke.

Studebaker stellte den Autobau in den USA 1966 und in Kanada 1967 ein. Der Konzern bestand als Investmentgruppe weiter. Zu den Konzernmarken gehörten u. a. STP, Gravely Tractor, Onan Electric Generators und Clarke Floor Machine. Nach verschiedenen Fusionen verschwand der Name 1979 als Studebaker-Worthington von McGraw-Edison geschluckt wurde.

Bei Bedarf kann ich gerne weitere Infos zu dieser Marke geben. Bitte richten Sie allfällige Rückfragen an obige CC-Adresse oder ab ca. 16.00 h an Tel. 071 244 76 60.
Michael Keller

Vielen Dank, Michael